Konkurrent von Ipsen eröffnet ein Service-Büro in Kleve

Presseveröffentlichung der Rheinischen Post am 20.01.2021

Die massenhaften Entlassungen beim Industrieofenhersteller Ipsen in Kleve haben nun einen Mitbewerber auf den Plan gerufen: Die IVA Schmetz GmbH eröffnet in der Kreisstadt ein neues Service-Büro und stellt in den kommenden Wochen und Monaten dort Fachkräfte ein. Das Unternehmen mit seinen rund 400 Mitarbeitern an sechs Standorten ist nach eigenen Angaben einer der größten Wettbewerber der Firma Ipsen in Kleve.

Der Hintergrund: Anfang Januar wurde im Rahmen einer Betriebsversammlung den Beschäftigten von Ipsen mitgeteilt, dass 138 von ihnen die Firma verlassen müssen (RP berichtete). 154 von 292 Stellen verbleiben am Standort Kleve. Darüber hinaus gibt der Industrieofen-Hersteller aber auch die Vakuum- Sparte auf.

Peter Lankes, CEO der IVA Schmetz-Gruppe und ehemaliger Geschäftsführer der Firma Ipsen, ist hingegen überzeugt von der Innovationsfähigkeit der Vakuumtechnologie seiner Firmengruppe – und laut eigener Aussage auch begeisterter Anhänger des „Made in Germany“. Dass die Firma Ipsen gerade diesen Geschäftszweig verkauft hat und keine Vakuumöfen mehr in Deutschland bauen will, bezeichnet er als „tragisch“ und als einen „gravierenden strategischen Fehler.“

Lankes freut sich darüber, dass seiner Firma nun „hochqualifizierte Fachkräfte in den Schoß fallen“. Die Entscheidung, in Kleve ein Service- Büro zu eröffnen, sei nur logisch gewesen. „So können wir den entlassenen, aber auch den verbleibenden Ipsen-Mitarbeitern, eine berufliche Alternative vor Ort bieten. Diese Fachkräfte stehen uns zu Gesicht“, sagt er. Die Firma IVA Schmetz habe während der Corona-Pandemie Entlassungen vermeiden können, dafür auf das Instrument der Kurzarbeit zurückgegriffen.

Für Vakuumanlagen sei sein Unternehmen das größte in Europa, Ipsen der „größte Marktbegleiter“. Besonders das so genannte „After-Market“-Geschäft sei in diesem Segment besonders bedeutend. „Dazu muss man wissen, dass Vakuumöfen auf der einen Seite eine sehr lange Lebensdauer haben, in der Regel über 20 Jahre, und auf der anderen Seite sehr wartungsintensiv sind. Das bedeutet, dass ein verkaufter Vakuumofen im Laufe seines Lebenszyklus’ noch einmal etwa das Doppelte seines Verkaufspreises als ,After Market’-Geschäft generiert“, sagt Peter Lankes. Das neue Servicebüro seines Unternehmens soll auf dem „Industriepark“- Komplex an der Kalkarer Straße am 1. April eröffnet werden, auch wenn sich die Bauarbeiten am Gebäude wohl noch bis in den Sommer hinein ziehen werden. Zunächst will der Ipsen-Konkurrent 15 Mitarbeiter einstellen, erste Bewerbungsgespräche seien bereits erfolgreich verlaufen. Sie sollen von Kleve aus nicht nur den Service für Anlagen von IVA Schmetz übernehmen, sondern auch auch den von Fremdherstellern betreuen.